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Das ist wahre Treue…

… schon die 3. Klais-Orgel in 120 Jahren in der Bad Homburger Marienkirche

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Die Grundsteinlegung für die Bad Homburger Marienkirche im Jahr 1892 markiert das Ende des Kulturkampfes des protestantischen preußischen Staates gegen die katholische Kirche unter Pius IX. Gleichzeitig war dies der erste größere Kirchenneubau, seit Bad Homburg 1527 mit seinem hessischen Landesfürsten evangelisch wurde. Der repräsentative Neubau für die vergleichsweise kleine katholische Gemeinde mag sicher der protestantischen Mehrheit und der preußischen Verwaltung ein Dorn im Auge gewesen sein. Jedenfalls wurde nur 11 Jahre später der Grundstein für die monumentale evangelische Erlöserkirche gleich nebenan gelegt. Selbst das Kaiserpaar Wilhelm II. und Auguste Victoria engagierte sich sowohl finanziell als auch im Rahmen der Vorplanung durch den Architekten der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche für den evangelischen Neubau. Auch zur Einweihung kam das Kaiserpaar – natürlich nur zur Einweihung der evangelischen Kirche.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Homburg_Marien/Homburg_Marien_2.jpgEinweihung am 21. Juni 2025

In den ersten Jahren musste sich die Mariengemeinde mit einem schwindsüchtigen Harmonium begnügen. Die erste neue Orgel erhielt die Marienkirche 1906 aus unserem Haus. Vorausgegangen war ein Streit zwischen dem Organisten und dem vom Limburger Ordinariat bestellten Sachverständigen, der die Pläne, die Organist und Orgelbauer erarbeitet hatten, deutlich beschneiden wollte. Zur Klärung erbat das Ordinariat ein Gutachten vom Mainzer Domkapitular Weber, der dies aber ablehnte, weil er überzeugt war, dass sein Gutachten ohnehin nicht beachtet werden würde. Beendet wurde die Auseinandersetzung durch eine Stellungnahme des Kölner Domkapellmeisters, der das erste Schverständigen-Gutachten in der Luft zerriss. Das Instrument wurde also nach den ursprünglichen Plänen von Organist und Orgelbauer gebaut, als unser opus 333 mit 30 Registern auf 2 Manualen und Pedal, verteilt in zwei Gehäusekästen zu beiden Seiten der Rosette auf der Empore.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Homburg_Marien/Homburg_Marien_7.jpg1906-1974

1938 wurde das Instrument durch unsere Werkstatt dem veränderten Klangideal der Orgelreform angepasst. Optische Erscheinung und Technik blieben unverändert.

 

1974 erachtete man eine Orgel mit pneumatischen Kegelladen und freistehendem Spieltisch als prinzipiell nicht mehr erhaltenswert. Konsequent ging man eine Neubau an – zu ebener Erde im Querschiff, mit mechanischer Spieltraktur und Schleifladen. Immerhin konnten zahlreiche klangschöne Register aus dem Vorgängerinstrument in die neue Orgel herübergerettet werden – ob aus ästhetischen oder Kostengründen, lässt sich nicht mehr genau eruieren. Die Prospektgestaltung der neuen Orgel, wieder aus unserem Hause, stammte von Pater Albert Hohn OSB aus Kloster Neuburg.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Homburg_Marien/Homburg_Marien_6.jpg1975-2024

Während die Disposition mit 35 Registern auf 3 Manualen – davon 2 schwellbar – für die damalige Zeit erstaunlich vielseitig ausfiel, wirkte das Instrument in seinem kompakten Gehäuse unter der gewaltigen Rosette des Querhauses ein wenig verloren. Dies und die dringende Notwendigkeit einer technischen Überholung befeuerten die Pläne für eine Umgestaltung ab 2016.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Homburg_Marien/Homburg_Marien_1.jpgEinweihung am 21. Juni 2025

Nachdem im Laufe der Jahre auch Wünsche nach einer klanglichen Ausweitung hinzutraten, lief das Projekt auf eine technischen Neubau hinaus. Alle schon in die Orgel von 1974 übernommenen Register bildeten den Grundbestand der neuen Disposition. Ergänzt wurden sie durch einige weitere Register von 1974, einige Rekonstruktionen von verlorenen Originalregistern, sowie einigen Klangfarben, die "man heute einfach braucht". Damit wuchs die Disposition von 35 auf 47 Register. Der neuen Orgel – man wünschte sich "etwas wie in Mainz St. Stephan" – kann man nun sicher nicht mehr vorwerfen, sie sähe verloren aus.

 

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Das neue Instrument wurde am 21. Juni 2025 durch den Limburger Bischof und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing feierlich eingeweiht.

 

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