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Erwin Horn 1940-2025

_klais/bilder/fotos/Sonstiges/Horn_Erwin_Altenberg_1982.jpgErwin Horn an der Altenberger Domorgel 1982

Kurz vor seinem 85. Geburtstag verstarb am 11.07.2025 Erwin Horn in Würzburg.

 

Ihm sind wir bereits in den 1970iger Jahren begegnet, damals als Regionalkantor der Diözese Würzburg, als er mit neuen Ideen zur Kirchenmusik auf sich aufmerksam machte. Für ihn war Nachwuchsförderung wichtig, ohne die für ihn Kirchenmusik nicht in der Breite weitergegeben werden könne. Er richtete in Würzburg als einer der ersten Diözesen mit von Regionalkantoren geleiteten C- und D-Kursen eine anspruchsvolle Fortbildung für nebenamtliche Kirchenmusiker und Kirchenmusikerinnen ein, machte mit seinen Schülern Fahrten und besuchte Orgeln und Orgelbauer, um an das Instrument Orgel heranzuführen – so u. a. auch zu unserer Werkstatt im Zusammenhang mit dem Neubau der Orgel in Bergrheinfeld, St. Bartholomäus, die 1975 große Beachtung fand. Diese hatte er mit uns geplant und eine großzügige, 3-manualige Orgel realisiert, die bereits damals seine Vision romantischer Klangauffassung aufscheinen ließ.

 

Spätere, von ihm begleitete neue Orgeln stehen in Wertheim, St. Venantius (1984) und in Münnerstadt, St. Maria Magdalena (1985), im historischen Orgelgehäuse von Johann Philipp Seufert. Er schätzte unsere Orgeln, wie etwa in der Frauenkirche in Nürnberg oder in Völklingen, St. Eligius, wo er mehrfach Orgelkonzerte spielte.

 

Seine Nähe zu den Augustinern ermöglichte unserer Werkstatt 1995/96 den Neubau der Orgel in der Würzburger Augustinerkirche, einer zweiteiligen Anlage mit der großen Hauptorgel und einer Chororgel auf dem Lettner. Die Orgel war für ihn Krönung seiner langjährigen Verbundenheit zum Augustinerkonvent in der Würzburger Innenstadt, wo er über viele Jahrzehnte regelmäßig die Orgel spielte.

 

Seine Liebe zur Musik von Anton Bruckner war Legende; er studierte und analysierte sie, fand in dessen symphonischen Werken orgelgemäße Strukturen und gab als einer der ersten Orgelbearbeitungen heraus, darunter Bruckners Adagio aus dem Streichquintett F-Dur, das er auch selbst auf CD aufnahm, und sämtliche Sinfonien, die in der neuen Einspielung durch Hansjörg Albrecht eine aktuelle Würdigung erfahren.

 

Erwin Horn war ein eloquenter Kenner der Musik, weit über die Kirchenmusik hinaus, für uns stets ein zugewandter, äußerst kompetenter, auch schon mal ein kritischer Begleiter unserer Werkstatt, vor allem aber ein echter Freund.

 

Wir sind ihm zu Dank verpflichtet.

 

Hans-Wolfgang Theobald