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Übersicht

Verl/DE, St. Anna-Haus, Kapelle

wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall...

 

Dieser wunderbare Ausspruch des plattdeutschen Schriftstellers Fritz Reuter trifft hier den Nagel auf den Kopf. Das Ausgangsinstrument wurde in der zweiten HĂ€lfte der Sechziger Jahre mit einigen (nahezu) baugleichen Schwestern als Kleinpositiv oder Interimsorgel konzipiert und gebaut. Eine dieser Schwestern steht zum Beispiel in der Unterkirche der Hedwigskathedrale zu Berlin. Unser Exemplar fand seinen Platz in der Kapelle eines Krankenhauses der nĂ€heren Bonner Umgebung.

 

 

Infolge einer vollstĂ€ndigen Umstrukturierung war das Instrument auf einmal im Weg und sollte schnellstmöglich aus der Kapelle entfernt werden. Es stand kaum wieder in unserer Werkstatt, als aus Verl die Frage nach einer kleinen, vielleicht auch gebrauchten Orgel kam. Die in den 1990er Jahren gebaute Kapelle hatte bis dato noch kein Instrument. Der durch die Vorgeschichte bedingte Ă€ußerst gĂŒnstige Preis sowie die technische und musikalische QualitĂ€t der Orgel machte die Entscheidung leicht. Nur die kompakten Abmessungen ließen das Instrument in der dafĂŒr gedachten Nische der Verler Kapelle ein wenig verloren erscheinen.

 

 

Nun wies die Orgel eine vakante Schleife auf, ursprĂŒnglich geplant war ein Salicional 8' ab c'. Der deutlich grĂ¶ĂŸere Raum in Verl verlangte nach einer VervollstĂ€ndigung. So bot sich ein dem Raum angemessener neuer Prospekt an, gebildet aus den ebenfalls neuen Pfeifen eben dieses Salicionals - allerdings nun ausgebaut bis zum tiefen C.

 

 

Die neue Fassade wurde vor das unverĂ€nderte OriginalgehĂ€use gestellt. Die Kondukten fĂŒr die Prospektpfeifen verlaufen durch die ursprĂŒnglichen Prospektpfeifen. Lediglich fĂŒr die Kondukten der tiefen 24 Pfeifen des Salicionals mussten die seitlichen GehĂ€usetĂŒren angepasst werden. Das Werk wurde grĂŒndlich gereinigt, technisch ĂŒberprĂŒft und kosmetisch ein wenig aufgefrischt. Eine neue - jetzt verstellbare - Bank gab es auch.

 

 

So passt das Orgelwerk nun in GrĂ¶ĂŸe und Gestaltung zur vorhandenen Architektur der Kapelle.